
„August der Starke“ (1670 in Dresden geboren, 1733 in Warschau gestorben) hieß eigentlich Friedrich August I. und war Kurfürst von Sachsen und später als August II. auch König von Polen. Seinen bis heute aktuellen Beinamen bekam August, weil er nicht nur - dank seiner sagenumwobenen Körperkraft - Hufeisen mit bloßer Hand zerbrach, sondern auch eine ganze Schar von Mätressen unterhielt, mit denen der absolutistische Herrscher angeblich 365 uneheliche Kinder gezeugt haben soll.
Doch der „sächsische Sonnenkönig“ ist auch deshalb unvergessen, weil er Dresden während seiner Regentschaft zu einer Residenzstadt von europäischem Format machte und der Stadt an der Elbe nicht zuletzt mit seinem verschwenderischen Lebensstil und seiner Prunksucht zu einer künstlerischen Blüte verhalf, die heute noch ihren Ruf als Kunststadt ausmacht. Denn so wenig Geschick der Kurfürst in militärischen Angelegenheiten zeigte, umso mehr Gespür hatte er für die „schönen“ Dinge und erwies sich als großzügiger Förderer von Kunst, Architektur und Wissenschaft. Er erweiterte die Dresdner Sammlungen und richtete Spezialsammlungen ein. Aus der alten Schatzkammer entstand das mittlerweile wiedereröffnete Historische Grüne Gewölbe. Im Japanischen Palais fanden chinesische, japanische und später Meißner Porzellane sowie Kostbarkeiten aus dem Orient ihre Aufstellung. Mit der Antiken-, Kupferstich-, Modell- und Naturlaiensammlung entstanden weitere Spezialsammlungen. Als Förderer des Gewerbes war August der Initiator zur Gründung einer Glasfabrik in der Friedrichstadt, der Edelsteinschleiferei, einer Fayencemanufaktur und der Porzellanmanufaktur Meißen.
Als Bauherr ließ er das Taschenbergpalais, den Zwinger und das Opernhaus errichten, die Augustusbrücke erweitern und den Grundstein für die Frauenkirche legen. Nach dem Brand von Altendresden wurde unter seinem Einfluss mit dem Bau der „Neustadt bei Dresden“ oder „Neuen Königstadt“ begonnen. Weiterhin ließ er die Stadtbefestigung verstärken, neue Kasernen anlegen und den Grundstein für das Blockhaus legen.
August der Starke hatte sein Herz an Dresden verloren – im wahrsten Sinne des Wortes. Beigesetzt wurde er zwar im polnischen Krakau, sein Herz wurde auf seine Anweisung hin in einer silbernen Kapsel nach Dresden gebracht und steht noch heute in der Gruft der Kathedrale.

Gräfin Anna Constanze von Cosel (1680 in Depenau/Holstein geboren, 1765 in Stolpen gestorben) erlangte vor allem wegen ihrer außergewöhnlichen Beziehung zu August dem Starken Berühmtheit. Mit ihrem Gatten, dem Kabinettsminister Adolf Magnus von Hoym (1668-1723), kam die Gräfin an den Dresdner Hof, wo sie 1705 den Kurfürsten Friedrich August I. mit ihrer legendären Schönheit und Intelligenz so eingenommen hatte, dass er sie nach ihrer Scheidung 1706 zu seiner Mätresse machte und beim Kaiser die Ernennung seiner Geliebten zur Reichsgräfin von Cosel erwirkte. Anna Constanze war wohl die einzige seiner rund ein Dutzend Mätressen, die August wirklich geliebt hat. Während der insgesamt sieben Jahre dauernden Verbindung der beiden wurden zwischen 1707 und 1712 vier Kinder geboren: ein totgeborener Sohn, Auguste Constantia, Friederike Alexandrine und Friedrich August.
Zu den unermesslichen Geschenken, die der Kurfürst der Gräfin machte, gehörte neben einer jährlichen Pension von 100.000 Talern das Schloss Pillnitz, ein Weinberg in Loschwitz und einige Häuser am Taschenberg, an deren Stelle Pöppelmann für sie das Taschenbergpalais errichtete. 20 Millionen Taler soll ihre Lebensführung gekostet haben. Doch auch auf die Gräfin trifft das Sprichwort „Hochmut kommt vor dem Fall“ mehr als zu. Ihr Machthunger und der Wunsch, mehr zu sein als Augusts Mätresse, ließen die ehrgeizige Gräfin, die nicht nur auf Hoffesten glänzen, sondern auch die Politik mitbestimmen wollte, im Jahre 1713 in Ungnade fallen. Von 1716 an ließ August sie in der Burg Stolpen gefangen gehalten, wo sie 1765 starb und August damit um 32 Jahre überlebte.
Quelle: Stadtlexikon, Verlag der Kunst 1998