03.08.2011

Das wirre Regiebuch von Dieter Wedel

Bild Dresden 03.08.2011

Von Luisa SCHLITTER

Dresden – Es ist das Wichtigste, was Star-Regisseur und Zwingerfestspiel-Intendant Dieter Wedel (68) zum Arbeiten braucht: sein Regiebuch. BILD gewährte er exklusiv einen Blick in seine Skizzen, Anmerkungen und Kommentare.

„Die Arbeit mit dem Regiebuch beginnt noch bevor die Schauspieler auf die Bühne gehen“, erklärt Dieter Wedel. Drei Wochen vor der ersten Probe nahm er 150 gebundene Seiten für die Zwingerfestspiele zum ersten Mal zur Hand, machte die ersten Notizen.

„Wenn ich mit dem Regiebuch anfange, habe ich schon eine genaue Vorstellung der Szenen in meinem Kopf. Die Bühne habe ich dann schon als Miniaturmodell zu Hause und kann auf ihr die Schauspieler als kleine Figuren spielen lasse“, so Wedel.

Anmerkungen, welche Figuren auf die Bühne gehen müssen, welches Requisit wo steht, vermerkt er dann in seinen Notizen.

Dabei hat der Regisseur ein kleines Faible: Er beschreibt nur immer die rechten Seiten. „So habe ich genügend Platz für Notizen, kann zur größten Not nach links ausweichen, wenn die Seite voll ist“, sagt Wedel.

Denn auch die technischen Details vermerkt der Star-Regisseur haargenau: Welche Brennweite die Kamera zum Dreh haben muss. Von welcher Stelle das Licht kommen muss und natürlich an welcher Stelle im Stück ein Countdown eingehalten werden sollte.

„Ich stoppe bei jeder Probe die Zeiten für die einzelnen Szenen. Bei Regen dauern die Szenen zum Beispiel länger, weil die Schauspieler langsamer gehen müssen“, erklärt er.

Aber was passiert mit den vielen Büchern, die Wedel schon für seine großen Produktionen bearbeitete? „Ich habe alle aufgehoben. Als ich sie mal wegwerfen wollte, meldete sich das Filmmuseum in Berlin und holte sie ab.“

Vielleicht landet auch das Dresdner Regiebuch einmal dort.